Zwei Personen sitzen sich mit Abstand gegenüber und werden dabei gefilmt

Gedächtnisprotokolle der Sprachlosigkeit

Zeitzeug*innen und Schüler*innen erarbeiten einen Dokumentarfilm

In einem neuen Zeitzeug*innen-Projekt des Bundesverbands Information & Beratung für NS-Verfolgte, Mitgliedsorganisation im Paritätischen NRW, haben Jugendliche, Überlebende des Holocausts sowie deren Nachkommen einen Dokumentarfilm entwickelt, in dem die Lebensgeschichten der Menschen und der Generationen verwoben werden. Die Premiere des Films „Gedächtnisprotokolle der Sprachlosigkeit“ mit anschließender Podiumsdiskussion mit Teilnehmenden des Projektes findet am 21. November 2021 um 17 Uhr im Forum der Volkshochschule im Museum am Neumarkt in Köln und per Live-Stream statt.

Aus Interviews mit Zeitzeug*innen entstanden Theaterszenen

Gedächtnisprotokolle der Sprachlosigkeit“ ist ein gemeinschaftliches Projekt des Bundesverbands Information & Beratung für NS-Verfolgte, des Schauspielhauses Köln sowie der IGIS-Schule Köln und der Gesamtschule Bergheim. Im Rahmen des Projektes haben Schüler*innen der beiden Schulen zunächst an einem Interview-Workshop teilgenommen. Dann haben sie die Zeitzeug*innen Herbert Rubinstein und Greta Ionkis sowie die Nachfahr*innen von NS-Verfolgten Shulamit Baxpehler, Chana Dischereit und Sharon Ryba-Kahn interviewt und haben gemeinsam mit ihnen versucht, Antworten auf viele ihrer Fragen zu finden. In einem Theater- und Tanz-Workshop haben sie im Anschluss gemeinsam mit Schauspieler*innen des Import-Export-Kollektivs des Schauspiel Köln eine Choreographie erarbeitet, mit der sie die Interviews reflektieren. So haben die jungen Menschen sich nicht nur mit den Biografien von Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung und deren Nachkommen beschäftigt, sondern auch damit, was der Holocaust mit ihnen selbst und ihrer Familie zu tun hat und welche Bedeutung die Geschichte für das eigene Leben hat. Die Theaterszenen sowie die Reflexion der Darsteller*innen über das Stück selbst flossen schließlich in einem Dokumentarfilm zusammen.

Erinnerungen wachhalten und Antisemitismus und Rassismus vorbeugen

Das Theaterprojekt ist Teil des Festjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“, in dessen Rahmen bundesweit tausende Veranstaltungen stattfinden. Ziel des Festjahres ist es, jüdisches Leben sichtbar und erlebbar zu machen und dem erstarkenden Antisemitismus etwas entgegenzusetzen. Zeitzeug*innen-Projekte mit jungen Menschen sind ein wichtiger Teil der Arbeit des Bundesverbands Information & Beratung für NS-Verfolgte. Im Rahmen von Bildungsprojekten bietet er jungen Menschen im direkten Austausch mit den ehemals Verfolgten einen ganz persönlichen Zugang zur Geschichte der NS-Zeit. So möchte der Verband die Erinnerung an die Shoah wachhalten und einen wichtigen Beitrag zur Prävention gegen Antisemitismus und Rechtsradikalismus leisten.

Teilnahme an der Premiere

Bei Interesse an einer Teilnahme bittet der Bundesverband Information & Beratung für NS- Verfolgte um eine vorherige Anmeldung unter der Telefonnummer 0221 1792940 oder unter der E-Mail Adresse info@nsberatung.de. Für den Live-Stream können sich Interessierte unter folgendem Link anmelden: https://bit.ly/2XSTgfs.

 


Bild: ©Katja Pysmenna